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Ankerklause

(114 Bewertungen)

Mythisch? Nein – mythisch ist diese Kneipe eigentlich nicht. Obwohl seit Ewigkeiten fester Anlaufpunkt für Freaks, Fashion victims genauso wie den Gemüseonkel vom benachbarten Markt am Maybachufer, ist die Ankerklause mittlerweile längst sonntagnachmittagkompatibel geworden. Im Sommer weiß gepunktete Plastik-Tischdecken und Blümchen in unbeholfen wirkenden Vasen auf den Tischen draußen, in der Herbst- und Wintersaison heimelige Kerzen auf den bierabweisenden Tischen drinnen. Die eigentliche Dekoration aber hat sich nie geändert und wird sich auch nie ändern: Plastikfische und Fischernetze auf blauem Grund und von der Wand grüßt ewig, Hans Albers.

 
Kottbusser Damm 104
10967 Berlin
030-6935649
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
www.ankerklause.de
 

Bier vom Fass 0,5 l (Bitburger/Pilsner Urquell): 2,80/3,00 €

Zur Dekoration passt die etwas raubeinige Crew einfach perfekt. Sie setzt sich zusammen aus einem finster dreinblickenden Mittvierziger, einer finster dreinblickenden Mittvierzigerin, einem Bruce Willis-Double, einem Ska-Liebhaber und einer Reihe eher unauffälligerer Barleute.

Wer in der Ankerklause sein Bier bestellt, wird schnell und ohne große Worte bedient – bis 20 Uhr am Tisch, danach an der Bar. Freundlichkeit wird hier klein geschrieben. Aber genau das macht den Anti-Charme der Kneipe aus – die Leute kommen trotzdem oder vielleicht genau deswegen, wenn auch nicht mehr so zahlreich wie vor Jahren noch – zu groß ist mittlerweile die Konkurrenz im Umkreis.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch der Donnerstagabend – dann wird die insgesamt sehr überschaubare Ankerklause zum Club. Wechselnde DJ’s legen auf und der leer geräumte Zentralraum ist Rustikale Toiletten in der AnkerklauseTanzfläche. Ab Mitternacht wird es dort allerdings meist so voll, dass von Tanzen keine Rede mehr sein kann. Wer es dennoch probiert, wird sofort von der schwitzenden Menge aufgesogen und kommt erst Stunden später wieder frei. Gefährlich ist dann auch der Weg zu den rustikalen Toiletten er führt geradewegs über die Tanzfläche. Frauen übrigens sollten an diesem Abend nicht unbedingt allein hierher kommen – das Verhältnis Männer/Frauen liegt nicht selten bei 90:10. Zwar heißt das Motto immer und schlicht „Donnerstags-Club“, wesentlich treffender aber wäre: die „Nacht der hungrigen Wölfe“.

Gäbe es die Ankerklause nicht schon – sie müsste auch nicht unbedingt erfunden werden. Und trotzdem würde Kreuzberg etwas fehlen. Definitiv.

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