 ... sang die Gruppe Kraftwerk 1981 und griff damit ein Thema auf, das zu diesem Zeitpunkt gar nicht wirklich aktuell war. Erst sechs Jahre später, anlässlich der großen Volkszählung von 1987, wurde den Meisten bewusst, dass der Staat und mit ihm unzählige andere staatliche, halbstaatliche und private Institutionen damit begonnen hatten, alle nur verfügbaren Daten deutscher Privathaushalte zu sammeln und auf unbestimmte Zeit zu speichern. George Orwells oft zitierte Schreckensvision vom vollkommen durchsichtigen Bürger war mit einem Mal keine abstrakte literarische Fiktion mehr, sondern Wirklichkeit. Und doch ging der Plan erstmal schief. Die Deutschen, sonst alles andere als Rebellen, verweigerten in großer Zahl die Preisgabe persönlicher Daten. Manche logen, andere planten, ihre Türen vor den Volkszählern zuzumauern. Und wie so oft stießen die Datensammler gerade in Kreuzberg auf besonders hartnäckigen Widerstand - hier fiel die Volkszählung quasi aus. 2010 soll es die nächste Volkszählung geben. Ob dann mit genauso heftigem Widerstand zu rechnen ist? - Wohl kaum.
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Einmal im Jahr überträgt das TV ein merkwürdiges Spektakel: Da ist eine breite Straße zu sehen auf der sich viele, ja sehr viele Menschen befinden. Obwohl diese Menschen so zahlreich erscheinen, lassen sie eine ziemlich breite Gasse, durch die nach und nach geballte Militärmacht rollt: Panzer sind zu sehen, Infanterie. Dann wird auf Lafetten Artillerie hinter Lkws hergezogen. Sogar Kavallerie hoppelt durch die Gasse dieser sehr breiten Straße und zu guter letzt wird die Szenerie von mehreren Düsenjets überdonnert, die Abgasschleppen in drei Farben hinter sich herziehen: rot, weiß und blau. Was geschieht da? Richtig: Die Franzosen feiern ihren Nationalfeiertag.
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Es war als "urbane Ideenschmiede" und "multidisziplinäre Begegnungsstätte" gedacht und sollte Künstler, Wissenschaftler und vielleicht auch den Jedermann von der Straße diskutierend zusammenbringen. Doch nach deutlichen Reaktionen aus der linken Szene scheint klar: Es wird kein Guggenheim Lab geben in Kreuzberg.
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Hans-Christian Ströbele, der Grüne, der das einzige Direktmandat für seine Partei in ganz Deutschland im Wahlkreis Friedrichshain - Kreuzberg - Prenzlauer Berg - Ost hält, will auch bei der nächsten Bundestagswahl 2009 noch einmal antreten. Seit gestern ist klar: Diesmal schicken SPD und CDU erstmals ernstzunehmende Konkurrenz gegen ihn ins Feld. Die DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld (CDU) und der Ex-Juso-Chef Björn Böhning (SPD) könnten Ströbeles Herausforderer sein, sofern ihre Parteien sie nominieren. Muss Ströbele, der Kreuzberger Riese, nun um sein Direktmandat fürchten? Wohl kaum.
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 Es gibt keine Klimaerwärmung. Es gibt nur Kälte, Eis, Eis, Eis und nochmal Eis. Dazwischen fällt Schnee - in allen Farben und Qualitäten. Berlin erlebt einen Winter, der erstens nicht mehr aufhört und zweitens eines wieder ganz deutlich zeigt: diese Stadt funktioniert nicht so, wie andere Städte.
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 Das Thema verliert nie an Aktualität. Eigentlich wird es sogar immer aktueller. Wie funktioniert das Zusammenleben von Deutschen und Menschen mit Migrationshintergund und von Mittel- und Unterschicht in Kreuzberg heute, 2008? Die Antwort lautet knapp: recht gut. Die Klischees vom Problembezirk Kreuzberg decken sich in diesem Punkt nicht mit der Alltagsrealität. Auch wenn ein wirklicher und echter "Dialog der Kulturen" selbst hier die Ausnahme ist - die Bilder pöbelnder U-Bahnschläger kommen aus München.
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 Weder die Abwrackprämie noch die Schweinegrippe sorgten 2009 für kriegsähnliche Zustände. Jene drei Worte, die die selbsternannte Gesellschaft für deutsche Sprache dieses Jahr zu den "Worten des Jahres" kürte, fassen jedoch plakativ zusammen, was 2009 die Schlagzeilen beherrschte. Und für zwei der drei Worte, die "Abwrackprämie" und die "kriegsähnlichen Zustände", gilt das ganz besonders auch für Kreuzberg. Auch in Kreuzberg wurde reichlich abgewrackt - freilich auf andere Weise, als es der Begriff eigentlich meint: 2009 gingen im Bezirk so viele Autos wie nie zuvor in Flammen auf (die genaue Statistik hier). Kriegsähnliche Zustände also in Kreuzberg. So jedenfalls wollte es die deutsche Medienlandschaft verstanden wissen. Was sonst noch los war? Wir blicken nochmal kurz zurück.
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 Nur weil sie eine Seite im Internet betreiben, die kreuzberg24.net heißt, dürfen deren Schöpfer nicht davon ausgehen, die publizistische Oberhoheit über Kreuzberg zu haben. Es gibt da eine Monatsschrift mit dem Namen Kreuzberger Chronik, die sich mit demselben Gebiet befasst. Sie liegt kostenlos in Kneipen, Restaurants und Bibliotheken aus und sollte von jedem Kreuzberger einmal gelesen werden. Darin steht z. B. wie der Planet Neptun von einer Kreuzberger Sternwarte aus entdeckt wurde und dann doch nicht, irgendwie.
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Das Kolumnieren könnte so angenehm sein dieser Tage, das Ramones-Museum hat nach zwei Jahren Pause wieder aufgemacht. Nur leider nicht an seinem alten Standort hier in Kreuzberg, sondern in der Krausnickstraße in Mitte. Weil, so der Betreiber, die Kreuzberger keine Museumsgänger seien, die Touristen aber, die man in Mitte ja alle Nase lang antrifft, sehr wohl. Statt also anregend über die Kultpunker zu referieren, wird leider von dem Fast-Food-Restaurant Subway in der Schlesischen Straße die Rede sein müssen, und von Leuten, die voller Unmut dort Steine gegen die Scheibe geschleudert haben.
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 Morgens, wenn die ersten Strahlen der Sonne in mein Loft fallen, ist das erste, was ich sehe: Du. Wie Du so dastehst in Deinem mattschwarzen Glanz erinnerst Du mich immer ein wenig an ein schönes Tier. Ja, wie ein Panther siehst Du aus. Gefährlich irgendwie – bereit zum tödlichen Sprung. Warte eben noch, ich esse nur eine Schüssel Müsli, dann zischen wir los. Auf dem Sprung durch die Stadt, vorbei an allen anderen … So, oder so ähnlich, müssen die morgendlichen Gedanken derjenigen sein, die nun bald in das neue Car Loft-Haus in der Reichenberger Straße ziehen. Sie werden Wand an Wand mit ihren Autos leben. Das neue WG-Konzept, mein Auto und ich, hat Kreuzberg erreicht.
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 Dass die Mieten in Kreuzberg seit Jahren steigen, ist nicht neu. Und doch sind die gerade erschienen Zahlen ernüchternd - Kreuzberg ist bei den Quadratmeterpreisen für neu abgeschlossene Mietverträge mittlerweile einsamer Spitzenreiter in Berlin. Nicht Charlottenburg, Wilmersdorf, Zehlendorf oder Dahlem - nein, Kreuzberg. 5,58 Euro kostet der Quadratmeter Wohnfläche jetzt im Schnitt. Das sind 50 Cent mehr als im Berliner Durchschnitt. Warum eigentlich?
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 Als fester Bestandteil des Kreuzberger Nachtlebens und gerade 30 Jahre alt geworden, könnte dem legendären SO 36 ausgerechnet in seinem Jubiläumsjahr das Aus drohen. Der Grund: ein lärmempfindlicher Nachbar und eine blinde Bürokratie, die dem Veranstaltungsort bereits eine offizielle Anordnung zustellen ließ. In dem Schreiben heißt es: werden nicht umfangreiche Baumaßnahmen zur Lärmreduzierung vorgenommen, darunter eine Schallschutzmauer neben dem Club, sind Konzerte fortan nur noch in Zimmerlautstärke zulässig.
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 Es ist jetzt Winter. Und in diesem Jahr ist sogar wirklich Winter. Eine schon fast nicht mehr für möglich gehaltene Kälte hat sich über Berlin gelegt und scheint noch lange zu bleiben. Wer draußen unterwegs ist, hält die Wege kurz. Viele tragen Kleidung, die auch für eine Nordpol-Expedition taugen würde. Dass die Menschen immer gleich so übertreiben müssen. In diesen eiskalten Tagen jedenfalls, wo man keine Gesichter mehr sieht, sondern nur noch Kapuzen, Schals, Mützen, Helme und aufgebauschte Daunenjacken, fallen Andere mehr auf als sonst - wartende Hunde.
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Und jetzt? - Tag eins nach der Schließung des Flughafens Tempelhof. Der letzte Spaßflug, der mit einer Handvoll Wehmütigen an Bord ein paar letzte Kurven im Himmel über Berlin gedreht hat, ist gelandet. Kein Motorenlärm weht mehr herüber nach Kreuzberg. Das rot blinkende Warnlicht des Radarturms ist abgeschaltet. Der Gigant hat sich schlafen gelegt. Wenn er eines fernen Tages wieder aufwacht, wird er sein Gesicht nicht wieder erkennen. Man wird nun mit Stift und Zirkel, später mit Preßlufthammer und Harke, die betonierte Freifläche aufreißen und schließlich eine neue Landschaft ausbreiten - dort, wo einst ein Flughafen stand.
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 Vorbei der Sommer, vorbei die Sommergefühle. Zumindest bis jetzt, keine Spur von einem „Indian Summer“, wie man den warmen und in vielen Farben glänzenden Herbst im anglo-amerikanischen Sprachraum nennt. Grau sind die Tage, grau die Gesichter in den Straßen, grau die Gedanken. Für all jene, die noch mit Kohle heizen, bedeutet das: täglicher Abstieg in den Keller, wo das „schwarze Gold“ lagert. Die Heizperiode also hat begonnen und mit ihr der leicht schweflige Geruch, der nun über den Häusern liegt.
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 Sie treffen sich regelmäßig im Traditions-Gasthaus Max und Moritz in der Oranienstraße - vor und auch nach der Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der USA. "Sie" - das sind die " Democrats Abroad", Anhänger der US-Demokraten im Ausland. Nach der Berliner Rede ihres Idols haben einige von ihnen im Stillen gehofft, Obama werde seinen Weg auch nach Kreuzberg finden. Ins Max und Moritz und anstoßen mit ihnen auf seine Rede, die Berlin entflammt hat und auf die neue Zeit, die nun heraufzieht. Doch sie hofften vergebens. Obama kam nicht. Während die Democrats Abroad freudetrunken in Kreuzberg zusammensaßen, war der Hoffnungsträger schon auf dem Weg in sein Hotelbett. Am Tag darauf hob die "Obama One" dann von Tegel ab und ließ sie alle in einem Rausch zurück, der bis heute anhält.
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Peter's Werkstatt
Liebe Daniela, wir haben hier irgendwo auf der Seite...
Samira
Gegessen habe ich hier zwar nichts aber das werde ic...
Kollo
Ziemlich unfreundlich. War zu Gast in Berlin und fan...
Peter's Werkstatt
hallo ich habe ein alte plattenspieler favorit. such...
Dr. Jean Joseph Lévy
Mein Hautproblem wurde gut erkannt und die verschrie...