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Dass Kreuzberg sich verändert, ist eine Tatsache. Wie die, die hier leben, darauf reagieren, ist ungewiß. Einen kleinen Hinweis jedoch gibt es: Eine recht deutliche Mehrheit von 55 Prozent beantwortet unsere letzte Umfrage, ob die Oranienstraße mittlerweile zu "hip" geworden sei, mit einem Ja. Und noch entscheidender ist: Die gleichen 55 Prozent sagen auch, dass sie diese Veränderungen bedauern. Ist Kreuzberg also der Bezirk der "Ewiggestrigen" und Ängstlichen, die bei jedem Anzeichen von Veränderung fürchten, dass hier der nächste Prenzlauer Berg entsteht?
Unsere Umfrage ging von einem bedauerlichen Ereignis aus, das noch nicht lange zurückliegt: Nach vielen Jahrzehnten musste das Café Jenseits am Heinrichplatz aufgeben. Die Miete war schlicht nicht mehr zu bezahlen. Nicht aus den Einnnahmen jedenfalls, die das Jenseits mit seinen moderaten Preisen erwirtschaftete. Das Jenseits war eine Insel - zuletzt für Raucher. Entgegen dem Zeitgeist hatte sein Pächter Clement de Wroblewsky trotzig-kämpferisch die Parole an die Tür angebracht, dass Raucher willkommen seien. Genauso wie Nichtraucher, Hartz-IV-Empfänger, Künstler, BWL-Studenten, Touristen. Einen Kaffee oder ein Bier im Jenseits konnte sich jeder leisten. Und von drinnen konnte man draußen beobachten, wie sich die Gegend um die Oranienstraße schon verändert hatte: schicke Modeläden, Coffee-Shops - vor allem aber das Publikum hatte sich verändert. Das Café Jenseits jedenfalls, mit seiner spiegelnden Palme und der einfachen Bestuhlung war unzeitgemäß geworden. Kurz nach der Schließung kam es noch zu einem Versuch, das Café zu besetzen. Doch eine kurz und bündig ausgeführte Polizeiaktion beendete den Versuch, an die alte Hausbesetzertradition anzuknüpfen. Und mit den Eigentümern war nicht zu verhandeln - kein Interesse.
Eine Insel weniger also in Kreuzberg und der bange Blick in die Zukunft. Die Oranienstraße ist ein Laufsteg geworden und das haben auch die Investoren längst begriffen. Wer sollte ihnen einen Vorwurf daraus machen? Ob Kreuzberg nun eine ähnliche Entwicklung nehmen wird, wie der Prenzlauer Berg? Es ist in den letzten Jahren immer wahrscheinlicher geworden. Es sind diese kleinen Anzeichen, wie die Aufgabe des Cafés Jenseits, die dafür sprechen - neben den unwiderlegbaren weiter steigender Mieten. Nach Wende und Wiedervereinigung war der Prenzlauer Berg für ein paar Jahre ein einziger großer Spielplatz. Kellerbars, Geisterhäuser und eine ziellose Aufbruchstimmung, die immer mehr Kreative und Abenteurer anzog und eine Entwicklung in Gang setzte, die heute abgeschlossen ist. Vom Prenzlauer Berg der frühen 90er-Jahre ist heute nichts mehr übrig geblieben. Dass es Kreuzberg ähnlich ergeht, ist nicht ausgeschlossen. Berlin wird bürgerlich. Die, die hier schon lange leben, werden sich mit denen, die jetzt hierher kommen, weil auch sie vom Image des Bezirks zehren möchten, arrangieren müssen.
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Monarch Club
@Peter - war ja schon sehr lebensecht beschriebe...
Dr. Ute Kling-Mondon
Fühle mich bei Frau Dr. Kling-Mondon und in ihrer P...
Vollreinigung
haben meinen wollmantel runiert.... kann jedem abrat...
Praxiskollektiv
klasse. empfang war sehr zuvorkommend, das gespräch...
La Raclette
Yuppie-Schuppen eben, braucht keiner! sehr richtig :)