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Kreuzberg Special Kreuzberg von A bis Z

Kreuzberg von A bis Z

A wie Autonome
(4 Bewertungen)
Ha! Da ist das Schlagwort, mit dem Lieschen M├╝ller und Otto Normalverbraucher Kreuzberg gerne verbinden, wenn die Tagesschau aus diesem Stadtteil berichtet. Autonome, das sind Chaoten, Hausbesetzer, Punker, Schnorrer und Asoziale, die am 1. Mai Bierflaschen gegen olivgr├╝ne Wasserwerfer schleudern. In den Medien wird der Begriff wegen seiner Griffigkeit gesch├Ątzt. Was schreibt der Duden? Au|to|nom (griech.) (selbstst├Ąndig, unabh├Ąngig).
 
B wie Bio
(1 Bewertung)

In den Siebzigern, als in Kreuzberg H├Ąuser besetzt wurden und der ganze Bezirk ein "Schattenbezirk" war, weil er am Ende der BRD lag und am Rand der DDR, gr├╝ndeten sich die ersten Bio-L├Ąden. Bio war damals furchtbar alternativ. Nicht so wie heute, wo's alle paar Meter einen gr├╝nen Mega-Markt gibt und auch noch im heruntergekommensten Discounter Bio-Milch in den Regalen steht. Bio war ein Synonym f├╝r anders sein, f├╝r Strickzeug und die gro├če Weltumarmung.

 
C wie Chaos
"Also bitte", wird nun der Eine oder Andere raunen - "Chaos!, wie abgeschmackt. Ist denen nichts besseres eingefallen?" Die ehrliche Antwort ist: Nein. Aber lassen wir uns den Begriff und seine Beziehung zu Kreuzberg doch einmal n├Ąher betrachten. Ganz unwissenschaftlich, versteht sich.
 
D wie Dutschke
Nach endlosem Hin und Her hat Kreuzberg seit April 2008 eine Stra├če, die den 68er-Studentenf├╝hrer mit dem Feuerblick ehrt. Lustig war der Prozess der Umbenennung eines Teils der Kochstra├če ja schon - denn dieser Teil st├Âsst direkt mit der Axel-Springer-Stra├če zusammen. Eine von vielen deutschen Gerichtspossen entspann sich also um die von der TAZ erfundene Namensgebung, in der zwei verbitterte Gruppen sich in Grund und Boden prozessierten und nebenbei noch ihre Volksbegehren bzw. Unterschriftenaktionen gegeneinander in Stellung brachten.
 
E wie Esel
(8 Bewertungen)
Friedlich, traurig und ein wenig krumm sehen die bemitleidenswerten Kreuzberger Esel aus. Ihre Koppel, auf der sie im Regen, genauso wie unter glei├čender Sonne stehen, ist nicht klein und doch beschr├Ąnkt. Wer sich jetzt fragt - von was zum Teufel redet der Mann da? - dem sei gesagt: ja, Kreuzberger Esel gibt es wirklich. Echte. Keine mit Kapuze, Schnauzi oder zu engen Hosen.
 
F wie Friedrichshain
(6 Bewertungen)
Nein, glamour├Âs oder sonst irgendwie festlich war die Hochzeit von Kreuzberg und Friedrichshain nicht. Eher ein lautloser Verwaltungsakt. Zwei nebeneinander liegende Bezirke wurden zu einem verschmolzen. Irgendein namenloser Beamter wird seinen "Friedrich" unter das entsprechende Dokument gesetzt haben und damit war amtlich, was sich zuvor andere namenlose Beamten ausgedacht hatten. Kreuzberg-Friedrichshain also, Geburtsdatum: 1. Januar 2001.
 
G wie Gentrifizierung
(15 Bewertungen)
Seit geraumer Zeit schon geht ein b├Âses Wort um in Kreuzberg. Das Wort Gentrifizierung. Es bedeutet, wenn es denn erstmal umgeht, nichts Gutes f├╝r den betroffenen Stadtteil.
 
H wie Hinterhof
(14 Bewertungen)
Die Kreuzberger Hinterh├Âfe sind eine Welt f├╝r sich. Jeder ein wenig anders. Die, die im Seitenfl├╝gel leben (in anderen St├Ądten kennt man den gar nicht, geschweige denn einen ordentlichen Hinterhof), sind mit ihrem Hinterhof auf das Engste verbunden. Er ist quasi ein zus├Ątzlicher Wohnraum, ein Zimmer im Freien.
 
I wie Italien
(19 Bewertungen)
Die Anziehungskraft Berlins und besonders Kreuzbergs auf die Italiener ist nach wie vor ungebrochen. Sie bilden eine der gr├Â├čten Gruppen hier lebender EU-B├╝rger, italienische Restaurants und Spezialit├Ąten finden sich an jeder Ecke und auf den Stra├čen trifft man regelm├Ą├čig aufgeregt durcheinander sprechende und wild gestikulierende Gro├čgruppen italienischer Touristen und Erasmus-Studenten.
 
J wie Jodelkeller
(14 Bewertungen)
Zum Lachen geht der Deutsche in den Jodelkeller. So - oder so ├Ąhnlich - lautet das Sprichwort, das man sich ├╝ber die Deutschen erz├Ąhlt von Reykjavik bis Tunis. Und auch Kreuzberg hat seinen Jodelkeller. Er liegt in der Adalbertstra├če, schon recht am Ende und etwas versteckt im Souterrain der Nummer 81. Doch zum Lachen, nein, zum Lachen kommt kein zuf├Ąlliger Gast hierher. Warum dann?
 
K wie Kreuzberg
(18 Bewertungen)
"21. Tag: Die Erstbesteigung des Monte Papaya ist zu einer Farce geraten. Unsere Ausrüstung ist weg - in eine Gletscherspalte gefallen - und was uns noch geblieben ist, ist es nicht wert, Ausrüstung genannt zu werden: ein Petroleumkocher, ein Blechnapf, ein Paar zerlumpter Handschuhe. Was aber noch viel schwerer wiegt: Dr. Esterhazsy ist wahnsinnig! Ja, wahnsinnig! Seit letzter Nacht bin ich mir so gut wie sicher, dass er mir nach dem Leben trachtet...". Derlei Aufzeichnungen wird es zur Erstbesteigung des Kreuzbergs vermutlich nicht geben. Warum auch? Der Aufstieg ist in zehn Minuten geschafft. Doch lohnenswert ist die kurze Wanderung auf den  66 Meter hohen Hügel, der dem Bezirk seinen Namen gibt, allemal.
 
L wie Landwehrkanal
(18 Bewertungen)
Ein kindisches Hobby, zugegeben. Ab einem gewissen Alter spuckt man einfach nicht mehr von Br├╝cken herunter. Aber Spa├č w├╝rde es dennoch machen, auf einer der Kreuzberger Kanalbr├╝cken stehend auf die im Sommer zahlreich vorbeiziehenden Touristendampfer herunter zu spucken. Bleibt noch das Hinterherwinken. Kann auch lustig sein. Die Touristen schauen dann immer so irritiert. - G├Ąbe es den Landwehrkanal nicht schon, man m├╝sste ihn glatt erfinden.