Ankerklause

Mythisch? Nein – mythisch ist diese Kneipe eigentlich nicht. Obwohl seit Ewigkeiten fester Anlaufpunkt für Freaks, Fashion victims genauso wie den Gemüseonkel vom benachbarten Markt am Maybachufer, ist die Ankerklause mittlerweile längst sonntagnachmittagkompatibel geworden. Im Sommer weiß gepunktete Plastik-Tischdecken und Blümchen in unbeholfen wirkenden Vasen auf den Tischen draußen, in der Herbst- und Wintersaison heimelige Kerzen auf den bierabweisenden Tischen drinnen. Die eigentliche Dekoration aber hat sich nie geändert und wird sich auch nie ändern: Plastikfische und Fischernetze auf blauem Grund und von der Wand grüßt ewig, Hans Albers.
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Curry 36

Der Ruf des Curry 36 als legendäre Wurstbraterei hat sich mit der Zeit verselbstständigt. Mittlerweile sprechen Fans dieses Imbisses den Namen nur noch im ehrfurchtsvollen Flüsterton aus. Als ob sie sich in einer Kirche befänden – ihnen ist klar, es gibt in Berlin keine bessere Currywurst als im Curry 36. Konnopke am U-Bahnhof Eberswalder Straße (der schärfste Konkurrent im Prenzlauer Berg)? – Pah! Ein müder Abklatsch. Das alles führt soweit, dass sich hier zu jeder Tageszeit lange Schlangen aus Hungrigen bilden, die etwas von der göttlichen Wurst abhaben wollen. Sind sie endlich an der Reihe raunen sie die für Aussenstehende unverständlichen Worte: „Einmal ohne mit Pommes“, bzw. „einmal mit“. Drüben, auf der anderen Seite der gläsernen Theke, versteht man genau, was damit gemeint ist.

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