Altes Zollhaus

„Wasn dette?“ – würde der Berliner wohl irritiert fragen, sähe er das Alte Zollhaus zum ersten Mal. Warum? Weil das Restaurant irgendwie überhaupt nicht nach Kreuzberg passt, eher in eine verschlafene, verträumte Stadt am Neckar. Das Alte Zollhaus am Landwehrkanal jedenfalls sieht aus, wie ein Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert (tatsächlich ist es erst um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jhd. entstanden). Alles andere als bäuerlich-einfach präsentiert sich die Küche des Hauses. Sie ist schon  eher ambitioniert zu nennen: Hirschrücken und Havelzander kommen hier auf den Teller, zum Abschluss eine Käseplatte mit Trauben und Nüsschen. Das alles gibt es natürlich nicht zum Discount-Preis. Doch dafür schmeichelt die Landhaus-Atmosphäre und das bemühte Personal dem Auge und Wohlbefinden. Nach dem Mahle eine Zigarre, einen Digestif und dann mit der Kutsche wieder zurück in das „andere Kreuzberg“ – so könnte ein netter Abend aussehen. Wer etwas Besonderes sucht und den Bezirk nicht verlassen möchte – hier wird er fündig.
 
Carl-Herz-Ufer 30
10961 Berlin
030-6923300
030-6923566 (Fax)
Dienstag-Samstag ab 18 Uhr
Sonntag und Montag geschlossen
 

E.T.A. Hoffmann GESCHLOSSEN

Hier in Kreuzberg liegt E.T.A. Hoffmann begraben, gar nicht weit von dem Restaurant, das seinen Namen trägt. Gezecht hat Hoffmann übrigens gern und häufig. Allerdings überwiegend im heutigen Bezirk Mitte. Das Restaurant E.T.A. Hoffmann ist eine feste kulinarische Größe in Kreuzberg. Nicht übermäßig verkünstelt, aber auch nicht bodenständig. Man wolle, dass die Gäste kein Fremdwörtbuch brauchen, um die Speisekarte zu lesen, sagen die Betreiber. Ob aber wirklich jeder weiß, was „Confierter Skrei“ ist, sei mal dahin gestellt. Die Speisekarte also kommt schon recht ambitioniert daher. Das Interieur des Lokals dagegen ist aufgeräumt-nüchtern. Nichts lenkt hier den Gast vom Grund seines Besuchs ab. Neben dem Tagesgeschäft bietet das E.T.A. Hoffmann auch einen Cateringservice an, bzw. richtet Feiern aller Art aus. Alles in allem ein Restaurant der gehobenen Kategorie mit nicht ganz abgehobenen Preisen und sehr guter Küche. Im Sommer steht eine Terrasse im Innenhof zur Verfügung.
 
Yorckstr. 83
10965 Berlin
030-78098809
www.restaurant-e-t-a-hoffmann.de
 
täglich ab 17 Uhr
Dienstag ist Ruhetag
 

Max und Moritz

Deutsche Küche, Altberliner Spezialitäten
 
Ähnlich, wie die Henne, ist auch das Max und Moritz ein „Altberliner Wirtshaus“ mit deutscher Küche. Es liegt im schon etwas weniger belebten Teil der Oranienstraße, kurz vor dem Moritzplatz. Schon von Außen ist das Max und Moritz eine Pracht, doch Innen wird es noch viel besser. Getafelt wird entweder im sogenannten Ballsaal, der seinen Namen aufgrund der Größe zurecht trägt, oder in der „Bel Étage“. Die Räume sind groß, luftig, alt. Richtig beeindruckend. Auf der Speisekarte stehen Gerichte, die viele sicher nur vom Hörensagen kennen: „Hoppel Poppel“ (Berliner Bauernfrühstück), Eisbein, Rippenspeer (Kassler), Königsberger Klopse. Fast vergessene Speisen – zumindest in Kreuzberg. Auch Vegetarier sollten den Weg hierher nicht scheuen, einige Gerichte sind fleischlos. Nicht dagegen der Klassiker des Max und Moritz: eine dicke, fette Schlachtplatte. Da sich das Lokal im Untertiel „Kulturwirtshaus“ nennt, finden hier desöfteren Veranstaltungen statt – vom Theater-, Musik- oder Kabarettabend bis zur Lesung. Der Freigeist Wilhelm Busch wäre sicher gern hierher gekommen.
 
Oranienstr. 162
10969 Berlin
030-69515911 (auch Fax)
täglich ab 18 Uhr
 

Weltrestaurant Markthalle

Die Markthalle hat es schon zu einiger Berühmtheit gebracht, nicht nur durch ihren optimistischen Namen. Der Film „Herr Lehmann“ spielt hier. Herr Lehmann, gespielt von Christian Ulmen, bestellte hier Schweinebraten und flirtete nebenbei mit der schönen Köchin, bis Kristall-Rainer sich dazwischen mogelte. Doch das ist Geschichte. Schweinebraten gibt es aber nach wie vor, sehr guten sogar.
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