Holz-Kohlen

Bei Holz-Kohlen denkt man unweigerlich ans sommerliche Grillen. An verbranntes Fleisch und zuviel Bier. Doch mit derlei Assoziationen hat die Bar Holz-Kohlen in der Weserstraße gar nichts zu tun.

Von aussen ist das Holz-Kohlen absolut unscheinbar. Man könnte glatt vorbei laufen. Und wer nicht vorbei läuft, sondern einen kurzen Blick zur Seite wirft, der könnte die Bar auch für eine echte Kohlenhandlung halten – wegen des Namens und auch wegen der vergitterten Fenster.
Doch ein zweiter Blick – und noch viel wichtiger, der Schritt hinein – lohnen sich. Zwar ist das Holz-Kohlen auch innen nicht viel aufregender, als eine unverputzte Wand, doch genau das macht den Charme der kleinen Kneipe aus. Klein ist sie und sehr gemütlich, bestehend aus nur zwei Räumen: vorne die Bar mit langem Tresen und ein paar Barhockern, dahinter der größere Raum mit ein paar alten Tischen,  Stühlen, Kerzen und fertig. Mehr ist da nicht. Nichts ist aufdringlich hier, alles in ein beschauliches Dämmerlicht getaucht. Selbst die Gäste scheinen sich der Umgebung anzupassen und drosseln ihre Gespräche. Hingewiesen werden muss noch auf den wirklich guten Service des Barpersonals: ohne Hektik und immer genau dann zur Stelle, wenn das Getränk zur Neige geht, der Aschenbecher überquillt oder eine Kerze ausgeht. So was trifft man wahrlich nicht oft in Berlin. Hoffentlich bewahrt sich das Holz-Kohlen diesen Charme noch für lange Zeit.

Weserstr. 28
12045 Berlin


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