My Name is Barbarella GESCHLOSSEN

Ein Striptease-Club in Kreuzberg? Könnte man bei dem Namen „My Name is Barbarella“ zumindest vermuten. Wer Roger Vadims kitschig-bizarren Weltraumtrashfilm „Barbarella“ einmal sehen musste, weiß, wovon die Rede ist. Hier kommt zusammen, was nicht zusammengehört: nämlich Raumfahrt und Sex. Berühmt wurde der Film ja unter anderem für die in jeder Beziehung schwerelose Striptease-Szene am Anfang. Doch, was hat das alles mit dem Club „My Name is Barbarella“ in der Skalitzer Straße zu tun?

Das können mit letzter Sicherheit natürlich nur die Macher beantworten. Doch Vermutungen, ja, die kann man zahlreich anstellen: An die bunten und durchgeknallten 70er-Jahre erinnert beispielsweise das Interieur des Clubs, Plastiksitzgelegenheiten in Warnfarben, oder die „Discodecke“ mit den vielen einzelnen Glühbirnen. Ganz klar, hier soll eine Zeitreise vorgetäuscht werden. Die aber hört leider relativ bald schon wieder auf, denn im „My Name is Barbarella“ läuft nicht der musikalische O-Ton der 70er, sondern eine andere Antiquität: House. Toll ist der Blick durch die großzügigen Fenster raus auf die Skalitzer Straße, eine von Kreuzbergs Hauptverkehrsadern. So richtiges Jane Fonda-Feeling entsteht aber trotz der vielen, sicher liebevoll gemeinten Details nicht auf. Denn das „My Name is Barbarella“ kommt auf einer Retrowelle daher, auf der einfach schon zu viele gesurft sind. Und so wirkt der Club leider immer ein wenig künstlich und überholt. Aber sei es drum, letztlich werden die Partygänger über Erfolg und Mißerfolg dieses Clubs entscheiden. Genug etablierte Konkurrenz jedenfalls befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft, damit wird es alles andere als leicht, die Leute von dieser Location zu überzeugen. Hochglanztrash allein reicht eben oft nicht mehr.
Skalitzer Str. 36
10999 Berlin
www.mynameisbarbarella.de

geöffnet von Donnerstag bis Samstag
20 bis 23 Uhr freier Eintritt, danach 5 €



 

[Gesamt:55    Durchschnitt: 3.5/5]

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