Ankerklause

Mythisch? Nein – mythisch ist diese Kneipe eigentlich nicht. Obwohl seit Ewigkeiten fester Anlaufpunkt für Freaks, Fashion victims genauso wie den Gemüseonkel vom benachbarten Markt am Maybachufer, ist die Ankerklause mittlerweile längst sonntagnachmittagkompatibel geworden. Im Sommer weiß gepunktete Plastik-Tischdecken und Blümchen in unbeholfen wirkenden Vasen auf den Tischen draußen, in der Herbst- und Wintersaison heimelige Kerzen auf den bierabweisenden Tischen drinnen. Die eigentliche Dekoration aber hat sich nie geändert und wird sich auch nie ändern: Plastikfische und Fischernetze auf blauem Grund und von der Wand grüßt ewig, Hans Albers.
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Sofia

„Wir haben keine Cocktails, wir würden die sowieso nicht gut machen“ – steht auf der Karte des Sofia in der Wrangelstraße. Soviel Ehrlichkeit kann, nein, muss gelobt werden. Und auch sonst herrschen hier klare Ansagen: keine Tisch-, sondern Selbstbedienung, vor dem Laden herumlungern nach Mitternacht  – nein, das geht wegen der Nachbarn nicht (wieviele Wirte haben nicht mit diesem Problem zu kämpfen), feiern im Sofia, ja, das geht. Gut, sehr gut sogar. Kaffee trinken – aber ja, auch das geht.
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Tier

Das Tier ist aus dem Schlaf erwacht – ausgerechnet im Winter. In dem ehemaligen indischen Restaurant Ecke Fulda- und Weserstraße residiert nun also eine wirklich gelungene Bar. Viel Geld muss der Umbau der maroden Inneneinrichtung verschlungen haben, doch es hat sich gelohnt: das Tier ist unaufdringlich, nicht overstyled und mit seinen breiten Schaufenstern eine trotzdem schicke Bar.
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Goldberg

Das Café Goldberg ist ein echter Gewinn für den Reuterkiez. Die Lage ist perfekt, vor allem im Sommer, wenn man vor dem Café sitzt und den Blick schweifen lässt über den kleinen Platz, den die angrenzenden Straßen bilden. Gerade weil hier eigentlich „der Hund begraben liegt“ und also nur wenig Publikum vorbeikommt, ist der Platz so „apart“, im exakten Wortsinn.
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Bateau Ivre

Das Bateau Ivre, das „trunkene Schiff“, wie es in Arthur Rimbauds Gedicht heißt, ist eines jener Kreuzberger Cafés, die nie aus der Mode kommen. Vielleicht deshalb, weil es keiner erkennbaren Mode unterworfen ist. Solange es das Wetter auch nur halbwegs zulässt, sitzen die Gäste des Bateau Ivre draußen vor der Tür. Beinah ganztägig ist es hier voll und deswegen fast unmöglich, einen der begehrten Plätze zu bekommen.

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Südblock

„Hoffentlich ist es Beton“ – kann sich noch jemand an diese ganz und gar rätselhafte Werbebotschaft der deutschen Betonindustrie aus den 1990er-Jahren erinnern? Nein? Macht auch nichts, ist egal. Ganz aus Beton jedenfalls ist die in Kreuzberg längst fest etablierte Bar Südblock direkt am Kottbusser Tor. „Beton? Wie unschön!“, mag der ein oder andere jetzt vielleicht denken. Und er hätte mit diesem Gedanken nicht ganz unrecht – der Südblock ist, wie der Name schon erahnen lässt, Teil jener wirklich unansehnlichen Hochhausarchitektur entlang der U-Bahn-Linie 1. Genau wie bei Paloma Bar und Monarch aber, die in Sichtweite ebenfalls in betonierten Westberliner Altlasten untergekommen sind, haben auch die Betreiber des Südblocks das beste aus der schwierigen Lage gemacht. Sie haben eine Bar hinbekommen, in der man sich sofort wohl fühlt.

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