F wie Friedrichshain

Nein, glamourös oder sonst irgendwie festlich war die Hochzeit von Kreuzberg und Friedrichshain nicht. Eher ein lautloser Verwaltungsakt. Zwei nebeneinander liegende Bezirke wurden zu einem verschmolzen. Irgendein namenloser Beamter wird seinen „Friedrich“ unter das entsprechende Dokument gesetzt haben und damit war amtlich, was sich zuvor andere namenlose Beamten ausgedacht hatten. Kreuzberg-Friedrichshain also, Geburtsdatum: 1. Januar 2001.

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Herbst in den Köpfen

div style=“text-align: justify;“>Über den Herbst ist furchtbar viel geschrieben und gedichtet worden. Man könnte behaupten: allgegenwärtig ist der Herbst. Jeder, der im Herbst seines Lebens steht – oder aber in Herbstnebeln umherirrt und von der hereinbrechenden Herbstkälte einer Herbstnacht schnell ins herbstliche Nest flüchtet, das er hoffentlich rechtzeitig sich eingerichtet hat, denn: wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr – weiß das. Auch im Frühling, selbst im Hochsommer kann man zu herbstlichen Gedanken neigen, vielleicht weil man schon die Herbstkleidung aus dem Schrank holen muss, weil das Wetter langsam herbstlicher wird.

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Prenzlauer Kreuzberg

Dass Kreuzberg sich verändert, ist eine Tatsache. Wie die, die hier leben, darauf reagieren, ist ungewiß. Einen kleinen Hinweis jedoch gibt es: Eine recht deutliche Mehrheit von 55 Prozent beantwortet unsere letzte Umfrage, ob die Oranienstraße mittlerweile zu „hip“ geworden sei, mit einem Ja. Und noch entscheidender ist: Die gleichen 55 Prozent sagen auch, dass sie diese Veränderungen bedauern. Ist Kreuzberg also der Bezirk der „Ewiggestrigen“ und Ängstlichen, die bei jedem Anzeichen von Veränderung fürchten, dass hier der nächste Prenzlauer Berg entsteht?

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Castles made of sand

Das Ergebnis der Abstimmung erinnert in seiner Eindeutigkeit an frühere DDR-Volkskammerwahlen: 80 Prozent unserer User sagen, die Kreuzberger Mieten seien heute zu hoch. Ist das Ausdruck eines Gefühls, oder handfester Hinweis auf tatsächliche Strukturveränderungen im Bezirk? Nur 11,4 Prozent der User sind dagegen der Meinung, die Kreuzberger Mieten seien nach wie vor günstig, die restlichen 8,6 % wissen es nicht.

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Abgewrackt – der Jahresrückblick 2009

Weder die Abwrackprämie noch die Schweinegrippe sorgten 2009 für kriegsähnliche Zustände. Jene drei Worte, die die selbsternannte Gesellschaft für deutsche Sprache dieses Jahr zu den „Worten des Jahres“ kürte, fassen jedoch plakativ zusammen, was 2009 die Schlagzeilen beherrschte. Und für zwei der drei Worte, die „Abwrackprämie“ und die „kriegsähnlichen Zustände“, gilt das ganz besonders auch für Kreuzberg. Auch in Kreuzberg wurde reichlich abgewrackt – freilich auf andere Weise, als es der Begriff eigentlich meint: 2009 gingen im Bezirk so viele Autos wie nie zuvor in Flammen auf (die genaue Statistik hier). Kriegsähnliche Zustände also in Kreuzberg. So jedenfalls wollte es die deutsche Medienlandschaft verstanden wissen. Was sonst noch los war? Wir blicken nochmal kurz zurück.
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Trinkteufel, Fixer und Bombenbastler

Einen schönen Giftcocktail serviert man uns da so kurz vor Weihnachten: von Trinkteufeln, Fixern und Bombenbastlern. Kreuzberg kommt momentan gar nicht gut weg im Kanon der Presse. Haben wir uns gerade erst an die Schlagzeilen von brennenden Luxuskarossen und beschmierten Loft-Fassaden gewöhnt, gießt man nun reichlich mediales Öl nach, um die ewige Flamme der Empörung am Leben zu erhalten. Pete Dohertys viel beschriebene Kneipentour durch Kreuzberg ist da noch das Nebensächlichste. Denn wir befinden uns hier mitten im Kriegsgebiet: ein Bürgeraufstand gegen die Fixer vom Kottbusser Tor formiert sich, während zur selben Zeit schwarz verhüllte angry young men in verrumpelten WG-Zimmern an einer neuen Superbombe basteln. Ach so, ja, und nicht zu vergessen: Kreuzbergs Mieten steigen und steigen. Auch darüber müssen wir  mal sprechen. Oder etwa nicht? – Eine Mediennachlese.

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