Herbst in den Köpfen

div style=“text-align: justify;“>Über den Herbst ist furchtbar viel geschrieben und gedichtet worden. Man könnte behaupten: allgegenwärtig ist der Herbst. Jeder, der im Herbst seines Lebens steht – oder aber in Herbstnebeln umherirrt und von der hereinbrechenden Herbstkälte einer Herbstnacht schnell ins herbstliche Nest flüchtet, das er hoffentlich rechtzeitig sich eingerichtet hat, denn: wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr – weiß das. Auch im Frühling, selbst im Hochsommer kann man zu herbstlichen Gedanken neigen, vielleicht weil man schon die Herbstkleidung aus dem Schrank holen muss, weil das Wetter langsam herbstlicher wird.

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Prenzlauer Kreuzberg

Dass Kreuzberg sich verändert, ist eine Tatsache. Wie die, die hier leben, darauf reagieren, ist ungewiß. Einen kleinen Hinweis jedoch gibt es: Eine recht deutliche Mehrheit von 55 Prozent beantwortet unsere letzte Umfrage, ob die Oranienstraße mittlerweile zu „hip“ geworden sei, mit einem Ja. Und noch entscheidender ist: Die gleichen 55 Prozent sagen auch, dass sie diese Veränderungen bedauern. Ist Kreuzberg also der Bezirk der „Ewiggestrigen“ und Ängstlichen, die bei jedem Anzeichen von Veränderung fürchten, dass hier der nächste Prenzlauer Berg entsteht?

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Abgewrackt – der Jahresrückblick 2009

Weder die Abwrackprämie noch die Schweinegrippe sorgten 2009 für kriegsähnliche Zustände. Jene drei Worte, die die selbsternannte Gesellschaft für deutsche Sprache dieses Jahr zu den „Worten des Jahres“ kürte, fassen jedoch plakativ zusammen, was 2009 die Schlagzeilen beherrschte. Und für zwei der drei Worte, die „Abwrackprämie“ und die „kriegsähnlichen Zustände“, gilt das ganz besonders auch für Kreuzberg. Auch in Kreuzberg wurde reichlich abgewrackt – freilich auf andere Weise, als es der Begriff eigentlich meint: 2009 gingen im Bezirk so viele Autos wie nie zuvor in Flammen auf (die genaue Statistik hier). Kriegsähnliche Zustände also in Kreuzberg. So jedenfalls wollte es die deutsche Medienlandschaft verstanden wissen. Was sonst noch los war? Wir blicken nochmal kurz zurück.
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Trinkteufel, Fixer und Bombenbastler

Einen schönen Giftcocktail serviert man uns da so kurz vor Weihnachten: von Trinkteufeln, Fixern und Bombenbastlern. Kreuzberg kommt momentan gar nicht gut weg im Kanon der Presse. Haben wir uns gerade erst an die Schlagzeilen von brennenden Luxuskarossen und beschmierten Loft-Fassaden gewöhnt, gießt man nun reichlich mediales Öl nach, um die ewige Flamme der Empörung am Leben zu erhalten. Pete Dohertys viel beschriebene Kneipentour durch Kreuzberg ist da noch das Nebensächlichste. Denn wir befinden uns hier mitten im Kriegsgebiet: ein Bürgeraufstand gegen die Fixer vom Kottbusser Tor formiert sich, während zur selben Zeit schwarz verhüllte angry young men in verrumpelten WG-Zimmern an einer neuen Superbombe basteln. Ach so, ja, und nicht zu vergessen: Kreuzbergs Mieten steigen und steigen. Auch darüber müssen wir  mal sprechen. Oder etwa nicht? – Eine Mediennachlese.

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5,58 Euro kalt

Dass die Mieten in Kreuzberg seit Jahren steigen, ist nicht neu. Und doch sind die gerade erschienen Zahlen ernüchternd – Kreuzberg ist bei den Quadratmeterpreisen für neu abgeschlossene Mietverträge mittlerweile einsamer Spitzenreiter in Berlin. Nicht Charlottenburg, Wilmersdorf, Zehlendorf oder Dahlem – nein, Kreuzberg. 5,58 Euro kostet der Quadratmeter Wohnfläche jetzt im Schnitt. Das sind 50 Cent mehr als im Berliner Durchschnitt. Warum eigentlich?

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A perfect day in Kreuzberg – A short guide

It isn’t that easy finding the best places in Kreuzberg, especially when you’re here for the first time. The reason is that there are too many interesting and cool places around here, you just won’t manage to see all of them in just one or two days without a guide. So…here it is, the straight tip for a perfect day and a perfect night in the best stores, gallerys, cafes, bars, clubs and parties in Kreuzberg.

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Wem gehört die Stadt?

Tempelhof, Mediaspree, O2-Arena, Landwehrkanal, Admiralbrücke, Kottbusser Tor, SO 36, Reichenberger Straße. Die Liste der umkämpften Orte in Kreuzberg und Berlin ist lang und sie wächst weiter. Genauso wächst auch das Unbehagen, der Zorn, zum Zuschauer verdammt zu sein, zum buchstäblichen Zaungast, wie in Tempelhof. Doch Widerstand ist längst organisiert. Immer mehr Menschen wollen mitreden über die Zukunft der Stadt, die Gestaltung der Räume, in denen sie sich täglich bewegen. Weil sich jetzt, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, eine Entwicklung wiederholt im Westen Berlins, die im Ostteil der Stadt schon abgeschlossen ist: die vollständige architektonische und soziale Entkernung ganzer Bezirke. Hier in Kreuzberg wird das alles etwas anders ablaufen. Der Prozess wird länger dauern, die Veränderungen werden erst mit Verzögerung wirklich spürbar werden. Doch dass der Prozess längst in Gang gesetzt wurde, daran besteht kein Zweifel. Die Stadt ist Beute. Und warum sollte Kreuzberg hier ausgenommen sein? Die Immobilienbranche sagt: Berlin wird gerade erst entdeckt.  Berlinhype? Er beginnt gerade erst. Damit stellt sich die Frage: Wem gehört die Stadt?

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