F wie Friedrichshain

Nein, glamourös oder sonst irgendwie festlich war die Hochzeit von Kreuzberg und Friedrichshain nicht. Eher ein lautloser Verwaltungsakt. Zwei nebeneinander liegende Bezirke wurden zu einem verschmolzen. Irgendein namenloser Beamter wird seinen „Friedrich“ unter das entsprechende Dokument gesetzt haben und damit war amtlich, was sich zuvor andere namenlose Beamten ausgedacht hatten. Kreuzberg-Friedrichshain also, Geburtsdatum: 1. Januar 2001.

Weiterlesen

L wie Landwehrkanal

Ein kindisches Hobby, zugegeben. Ab einem gewissen Alter spuckt man einfach nicht mehr von Brücken herunter. Aber Spaß würde es dennoch machen, auf einer der Kreuzberger Kanalbrücken stehend auf die im Sommer zahlreich vorbeiziehenden Touristendampfer herunter zu spucken. Bleibt noch das Hinterherwinken. Kann auch lustig sein. Die Touristen schauen dann immer so irritiert. – Gäbe es den Landwehrkanal nicht schon, man müsste ihn glatt erfinden.

Weiterlesen

K wie Kreuzberg

„21. Tag: Die Erstbesteigung des Monte Papaya ist zu einer Farce geraten. Unsere Ausrüstung ist weg – in eine Gletscherspalte gefallen – und was uns noch geblieben ist, ist es nicht wert, Ausrüstung genannt zu werden: ein Petroleumkocher, ein Blechnapf, ein Paar zerlumpter Handschuhe. Was aber noch viel schwerer wiegt: Dr. Esterhazsy ist wahnsinnig! Ja, wahnsinnig! Seit letzter Nacht bin ich mir so gut wie sicher, dass er mir nach dem Leben trachtet…“. Derlei Aufzeichnungen wird es zur Erstbesteigung des Kreuzbergs vermutlich nicht geben. Warum auch? Der Aufstieg ist in zehn Minuten geschafft. Doch lohnenswert ist die kurze Wanderung auf den  66 Meter hohen Hügel, der dem Bezirk seinen Namen gibt, allemal.

Weiterlesen

J wie Jodelkeller

Zum Lachen geht der Deutsche in den Jodelkeller. So – oder so ähnlich – lautet das Sprichwort, das man sich über die Deutschen erzählt von Reykjavik bis Tunis. Und auch Kreuzberg hat seinen Jodelkeller. Er liegt in der Adalbertstraße, schon recht am Ende und etwas versteckt im Souterrain der Nummer 81. Doch zum Lachen, nein, zum Lachen kommt kein zufälliger Gast hierher. Warum dann?

Weiterlesen

I wie Italien

Die Anziehungskraft Berlins und besonders Kreuzbergs auf die Italiener ist nach wie vor ungebrochen. Sie bilden eine der größten Gruppen hier lebender EU-Bürger, italienische Restaurants und Spezialitäten finden sich an jeder Ecke und auf den Straßen trifft man regelmäßig aufgeregt durcheinander sprechende und wild gestikulierende Großgruppen italienischer Touristen und Erasmus-Studenten.

Weiterlesen

E wie Esel

Friedlich, traurig und ein wenig krumm sehen die bemitleidenswerten Kreuzberger Esel aus. Ihre Koppel, auf der sie im Regen, genauso wie unter gleißender Sonne stehen, ist nicht klein und doch beschränkt. Wer sich jetzt fragt – von was zum Teufel redet der Mann da? – dem sei gesagt: ja, Kreuzberger Esel gibt es wirklich. Echte. Keine mit Kapuze, Schnauzi oder zu engen Hosen.

Weiterlesen

D wie Dutschke

Nach endlosem Hin und Her hat Kreuzberg seit April 2008 eine Straße, die den 68er-Studentenführer mit dem Feuerblick ehrt. Lustig war der Prozess der Umbenennung eines Teils der Kochstraße ja schon – denn dieser Teil stösst direkt mit der Axel-Springer-Straße zusammen. Eine von vielen deutschen Gerichtspossen entspann sich also um die von der TAZ erfundene Namensgebung, in der zwei verbitterte Gruppen sich in Grund und Boden prozessierten und nebenbei noch ihre Volksbegehren bzw. Unterschriftenaktionen gegeneinander in Stellung brachten.

Weiterlesen

B wie Bio

In den Siebzigern, als in Kreuzberg Häuser besetzt wurden und der ganze Bezirk ein „Schattenbezirk“ war, weil er am Ende der BRD lag und am Rand der DDR, gründeten sich die ersten Bio-Läden. Bio war damals furchtbar alternativ. Nicht so wie heute, wo es alle paar Meter einen grünen Mega-Markt gibt und auch noch im heruntergekommensten Discounter Bio-Milch in den Regalen steht. Bio war ein Synonym für anders sein, für Strickzeug und die große Weltumarmung.

Weiterlesen