K wie Kreuzberg

„21. Tag: Die Erstbesteigung des Monte Papaya ist zu einer Farce geraten. Unsere Ausrüstung ist weg – in eine Gletscherspalte gefallen – und was uns noch geblieben ist, ist es nicht wert, Ausrüstung genannt zu werden: ein Petroleumkocher, ein Blechnapf, ein Paar zerlumpter Handschuhe. Was aber noch viel schwerer wiegt: Dr. Esterhazsy ist wahnsinnig! Ja, wahnsinnig! Seit letzter Nacht bin ich mir so gut wie sicher, dass er mir nach dem Leben trachtet…“. Derlei Aufzeichnungen wird es zur Erstbesteigung des Kreuzbergs vermutlich nicht geben. Warum auch? Der Aufstieg ist in zehn Minuten geschafft. Doch lohnenswert ist die kurze Wanderung auf den  66 Meter hohen Hügel, der dem Bezirk seinen Namen gibt, allemal.
 
Der Kreuzberg ist kaum ernsthaft Berg zu nennen. Viel spannender als die eigentliche Erhebung am Rande von 61 ist deshalb auch viel eher das „Drumherum“: der Wasserfall, die vielen Wiesen und das kleine Weinanbaugebiet des Viktoriaparks. Und natürlich das kathedralenhafte, kriegerisch-martialische Nationaldenkmal auf der Spitze des Kreuzbergs, erbaut anläßlich des Sieges über Napoleon. Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Stadt. Und welcher andere Bezirk kann schon von sich behaupten, einen Berg zu besitzen? Jedem Kreuzberger (und jedem anderen natürlich auch) sei also die Besteigung des Kreuzbergs empfohlen. Die Gefahr, nicht wiederzukehren, ist äußerst gering.

[Gesamt:19    Durchschnitt: 4.8/5]

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