Görlitzer Park

Den Görlitzer Park, aka Görli, einen „magischen Ort“ zu nennen, liegt nicht gerade auf der Hand. Oft ähnelt der Park einem räudigen Straßenköter, dem überall das Fell ausgeht. Überhaupt Park. So ein richtiger Park ist der Görli eigentlich gar nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man bei diesem Wort an eine romantische Gartenlandschaft aus wohlpropotionierter Natur denkt. Nein, romantisch ist es hier nicht. Der Görlitzer Pak ist rau, wie eine offene Industriebrache.  Tundra, Steppe – das passt viel besser zu ihm. Gelbes Gras, Natura morta an vielen Stellen. Aber genau hier liegt paradoxerweise sein Charme begraben.

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F wie Friedrichshain

Nein, glamourös oder sonst irgendwie festlich war die Hochzeit von Kreuzberg und Friedrichshain nicht. Eher ein lautloser Verwaltungsakt. Zwei nebeneinander liegende Bezirke wurden zu einem verschmolzen. Irgendein namenloser Beamter wird seinen „Friedrich“ unter das entsprechende Dokument gesetzt haben und damit war amtlich, was sich zuvor andere namenlose Beamten ausgedacht hatten. Kreuzberg-Friedrichshain also, Geburtsdatum: 1. Januar 2001.

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Boule-Platz am Landwehrkanal

Der Kreuzberger Landwehrkanal ist ganz sicher nicht der schönste Platz auf Erden. Und doch ist dieses lang gezogene Band aus still stehendem, schwarzen Brackwasser und sein Ufer ein besonderer Ort. Hier ist Raum um zu sitzen, zu trinken, zu schauen. Und um Boule zu spielen. An warmen Sommerabenden sind die vier Kiesfelder zwischen Forster und Liegnitzer Straße stets bis auf den letzten Zentimeter besetzt. Drei jeweils bunt zusammengewürfelte Teams teilen sich dann eines der Rechtecke und lassen die Kugeln fliegen. Und  – Gott sei dank – sind Profis hier die absolute Ausnahme.

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Fotostrecke 1. Mai 2011 in Kreuzberg

Unsere Fotostrecke zum 1. Mai in Kreuzberg. Die größte Freiluftparty des Bezirks, das „Myfest“, fand dieses Jahr bei bestem Wetter statt. Wahre Menschenmassen – 24.000 Besucher zählt die offizielle Statistik – wälzten sich durch die Hauptschlagader Oranienstraße und ihre Verzweigungen. Insgesamt 20 Hotspots mit Bands und DJs sorgten für die musikalische Untermalung. Wie schon im vergangenen Jahr galt auch 2011 ein Verbot für Flaschen und Gläser. Zu  Ausschreitungen autonomer Gruppen kam es in den späteren Abendstunden vor allem rund um das Kottbusser Tor. Sie blieben in ihrer Heftigkeit jedoch weit hinter denen der letzten Jahre zurück – ein wenig zerbrochenes Glas, ein paar Rangeleien und insgesamt 103 Festnahmen. Rund 7000 Polizisten aus ganz Deutschland waren an diesem 1. Mai nach Kreuzberg beordert worden. (Fotos zum vergrößern anklicken).

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Herbst in den Köpfen

div style=“text-align: justify;“>Über den Herbst ist furchtbar viel geschrieben und gedichtet worden. Man könnte behaupten: allgegenwärtig ist der Herbst. Jeder, der im Herbst seines Lebens steht – oder aber in Herbstnebeln umherirrt und von der hereinbrechenden Herbstkälte einer Herbstnacht schnell ins herbstliche Nest flüchtet, das er hoffentlich rechtzeitig sich eingerichtet hat, denn: wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr – weiß das. Auch im Frühling, selbst im Hochsommer kann man zu herbstlichen Gedanken neigen, vielleicht weil man schon die Herbstkleidung aus dem Schrank holen muss, weil das Wetter langsam herbstlicher wird.

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Prenzlauer Kreuzberg

Dass Kreuzberg sich verändert, ist eine Tatsache. Wie die, die hier leben, darauf reagieren, ist ungewiß. Einen kleinen Hinweis jedoch gibt es: Eine recht deutliche Mehrheit von 55 Prozent beantwortet unsere letzte Umfrage, ob die Oranienstraße mittlerweile zu „hip“ geworden sei, mit einem Ja. Und noch entscheidender ist: Die gleichen 55 Prozent sagen auch, dass sie diese Veränderungen bedauern. Ist Kreuzberg also der Bezirk der „Ewiggestrigen“ und Ängstlichen, die bei jedem Anzeichen von Veränderung fürchten, dass hier der nächste Prenzlauer Berg entsteht?

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