Beschreibung

Der Ruf des Curry 36 als legendäre Wurstbraterei hat sich mit der Zeit verselbstständigt. Mittlerweile sprechen Fans dieses Imbisses den Namen nur noch im ehrfurchtsvollen Flüsterton aus. Als ob sie sich in einer Kirche befänden - ihnen ist klar, es gibt in Berlin keine bessere Currywurst als im Curry 36. Konnopke am U-Bahnhof Eberswalder Straße (der schärfste Konkurrent im Prenzlauer Berg)? - Pah! Ein müder Abklatsch. Das alles führt soweit, dass sich hier zu jeder Tageszeit lange Schlangen aus Hungrigen bilden, die etwas von der göttlichen Wurst abhaben wollen. Sind sie endlich an der Reihe raunen sie die für Aussenstehende unverständlichen Worte: "Einmal ohne mit Pommes", bzw. "einmal mit". Drüben, auf der anderen Seite der gläsernen Theke, versteht man genau, was damit gemeint ist.

 

"Einmal ohne", oder "einmal  mit" bedeutet: einmal Currywurst ohne oder mit Darm. Die Bestellung - das "Gebet", wird mit einem kurzen Nicken zur Kenntnis genommen. Dann geht alles ganz schnell. Geübte Hände greifen sich eine der roten Würste aus dem fettigen Grill, werfen sie "zu Boden" und zerschneiden sie in Windeseile in mundgerechte Stücke. Es folgt der vielleicht heiligste Akt des  täglich mehrere hundert Mal wiederholten Schauspiels: die Wurst wird mit der geheimnisumwitterten Sosse "verheiratet". Die gleichen Hände, die die Wurst zerschnetzelt haben, verteilen erst die rote Würzmischung auf Ketchupbasis großzügig über den Pappteller, gefolgt vom namensgebenden Currypulver, das locker aus der Hand geschüttelt wird. Für Puristen ist hier Schluss. Ihnen reicht die Wurst, ein Sakrileg wäre es, hierzu nun noch Pommes Frites zu ordern, die den Geschmack der Currywurst nur verfälschen würden. Der heilige Akt jedenfalls ist hier zu Ende.

 

Die Wurst wird über die Theke gereicht - das alles hat keine Minute gedauert. Nun ist der nächste Curry-Jünger an der Reihe und schon wiederholt sich der eben beschriebene Ablauf.So ganz klar ist es nicht, was die Leute scharenweise hierher zieht. Sicher, die Currywurst ist so berlinerisch, wie die muffige Laune und ein bisweilen loses Mundwerk. Und sie schmeckt gut hier. Doch warum mittlerweile sogar T-Shirts, Kochschürzen, Buttons und Jutetüten mit dem Curry 36-Logo angeboten werden, bleibt doch ein Rätsel. Ist doch das Curry 36 einfach nur ein Imbiss. Allerdings ein sehr guter, keine Frage.

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Adresse

Mehringdamm 36, Berlin, Deutschland

  • Der Curry-Professor
    10/12/2008 at 20:35

    [color=purple][size=large]Curry 36 rockt!! [/size][/color]kein geschwätz oder legendenbildung mit nichts dahinter – das teil schmeckt dass kracht 😛 sehr empfehlenswert für alle, die noch nie da waren. lustige gespräche gibts dort obendrauf gratis

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