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    Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirche

    Zwischen E.T.A. Hoffmann und Felix Mendelssohn-Bartholdy

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    Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirche

    Zwischen E.T.A. Hoffmann und Felix Mendelssohn-Bartholdy

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    Beschreibung
    Friedhöfe zu den magischen Orten eines Bezirks zu zählen wird dem Einen oder Anderen merkwürdig, ja schauerlich vorkommen. Doch diese Gefühle, mögen sie auch verständlich sein, sind bei diesem Friedhof (und vielen anderen) unangebracht. Der Begräbnisplatz der Jerusalems- und Neuen-Kirche, wie er eigentlich heißt, ist ohne Frage einer der magischen Orte in Kreuzberg. Nicht nur deshalb, weil eine Reihe prominenter Künstler hier begraben sind - nein, der Friedhof ähnelt viel eher einer alten Parklandschaft, als einem düsteren, traurigen Ort. Ist das Leben an diesem Ort auch zum Stillstand gekommen, die Geräusche der Stadt wehen herüber und lassen einen zu jedem Zeitpunkt wissen, dass das Leben draußen seinen Gang geht.

    Zwei große Straßen, der Mehringdamm im Westen und die Blücherstraße im Norden, umfassen das nicht sonderlich große Friedhofsgelände. Man betritt es durch ein schönes Tor, das die Namens-Inschrift des Ortes nach Außen trägt. Im Inneren angekommen führen kleine Kieswege zwischen den Gräbern hindurch, viele Bäume, auch sehr alte, sehr gekrümmte säumen die Wege. Am Anfang eine Tafel, die über die Lage der Gräber der berühmten Toten Auskunft gibt. Einer von ihnen, der schwarze Romantiker E.T.A. Hoffmann, liegt auch hier. Die Stadt Berlin hat seine Ruhestätte zum Ehrengrab erklärt. Späte Ehrung eines großen Schriftstellers, der krank, vom Preußischen Staat malträtiert und hochverschuldet starb. Seinen schlichten Grabstein, der nicht das selbstgewählte "A", wie Amadeus trägt, sondern seine eigentlichen Initialen E.T.W. ("W", wie Wilhelm), haben ihm seine Freunde spendiert. Auch dafür reichte am Ende das Geld nicht. Am 28. Juni 1822 fand Hoffmann hier, auf dem Gräberfeld der Jerusalemer Kirche, seine ewige Ruhe.
    Nicht weit entfernt liegt einer seiner Freunde, Adelbert von Chamisso, auch er romantischer Schriftsteller. Dass sie sich hier wieder treffen würden - daran haben wohl beide zu Lebzeiten nicht gedacht. Doch die Liste der bekannten Toten ist noch länger: auch Felix Mendelssohn-Bartholdy, Ernst Schering, Karl von Siemens, Rahel Varnhagen von Ense, Heinrich von Stephan und Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff wurden hier begraben. Wer nur wegen ihnen hierher kommt, auch der hat keinen Umweg gemacht. Dieser Friedhof lädt aber - so merkwürdig das auch klingen mag - auch ohne touristischen Anlass zum Verweilen ein. Magische Orte nämlich sind immer auch Inseln. Inseln außerhalb des Alltäglichen und ein wenig auch der Zeit. Beides trifft auf diesen Friedhof zu. Wer eine wichtige Entscheidung vor sich her trägt und nicht weiß wohin, wer allein sein möchte - hier wird er es viel eher sein können, als zu Hause oder in einem Café. Und wer nun immer noch Furcht empfindet, dem sei zu überlegen gegeben: Sind denn die echten Grusel "draußen" nicht viel eher anzutreffen, als hier?
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    Region
    • Berlin
    • Deutschland
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    kreuzberg24
    • Lisbeth
      14/05/2019 at 21:17

      Wunderschön hier.

      Gesamtwertung

      Qualität

      Sortiment

      Service

      Preis

      Reply
    • Ted Evers
      25/04/2016 at 12:13

      Wäre es möglich eine Namensliste zu finden von Denen, die auf dem Friedhof der Jerusalem un Neuen Kirche begraben sind (um 1769)

      Reply
    • Tom B. Stone
      21/03/2011 at 1:07

      Ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Die Grenzen, d.h. die Friedhofsmauern verschwimmen nicht nur, sie verschimmeln sogar, was zweifelsohne dem hiesigen Klima geschuldet ist. Man bekommt ein Gefühl für die Feuchtigkeit des Regens. Die Lebenden und die Toten sind dann oft so nahe beieinander, dass die Lebenden bei nassem Wetter und ordentlichem Profil die Toten bis auf den heimischen Teppich tragen. Das LEBEN: Die einen sehnen sich noch danach, die anderen haben es bereits aufgegeben.

      Reply
    • Svenja T.
      19/03/2011 at 16:53

      Ich empfinde Friedhöfe ebenfalls als magische Orte, denn es sind Plätze, wo Grenzen verschwimmen: die Lebenden und die Toten sind sich hier nahe. Man bekommt ein Gefühl für die Endlichkeit des Lebens. Was die Lebenden und die Toten gemeinsam haben? Den FRIEDEN. Die Einen sehnen sich danach, die Anderen haben ihn bereits.

      Reply
    • Pete
      11/12/2008 at 22:18

      „Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff“ – ich schmeiss mich wech 😀 aber cooler artikel 🙂

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